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Unterwegs in Jerusalem – eine kulinarische Reise mit Rugelach & Co

[Werbung] Unverhofft kommt oft! Da sitze ich in Kanada und bereite mich auf meine Rückreise nach Deutschland vor, als plötzlich eine wunderbare Einladung in meinem e-Mail Postfach auftaucht. Der internationale Bloggersubmit in Jerusalem klopfte an meine Tür und lud mich zu Vorträgen, Sightseeing und Workshops ein. Ich musste nicht lange zögern, denn obwohl ich die Stadt gar nicht so sehr auf dem Schirm hatte, war ich sofort Feuer und Flamme für die Idee. Im Vorfeld hatte ich auf Grund meiner Rückreise nicht sonderlich viel Zeit, um mich auf die Reise vorzubereiten und obwohl wahrscheinlich jeder die Stadt und ihre Geschichte kennt, hat man vielleicht noch den Tempelberg vor Augen aber was mich wirklich dort erwartet, wusste ich nicht. Also habe ich meinen Freund eingepackt und wir sind einfach ganz blauäugig aber mit voller Vorfreude in den Flieger gen 3000 Jahre Geschichte gestiegen.

 

 

Bunt, vielfältig und einfach voller Leben

 
Ich nehme es einfach gleich vorweg: Jerusalem hat mich wahnsinnig beeindruckt – in jeglicher Hinsicht aber gleichzeitig fällt es mir auch schwer, die ganzen Eindrücke in Worte zu fassen, da es auch mein erster kulinarischer Reisebericht dieser Art ist. Jerusalem ist jung und alt zu gleich, traditionell und modern, laut und leise, gepflegt aber auch mal unordentlich. Drei Tage haben wir die Stadt erkundet, geschichtsträchtige Orte besucht aber vor allem auch das gute Essen und buntes Markttreiben genossen. Schon im Vorfeld hatten viele meiner Freunde von der vegetarischen Küche in Israel geschwärmt, was meine Vorfreunde nur steigerte. Auch wenn drei Tage nach einer langen Zeit klingen, so habe ich im Nachhinein betrachtet, das Gefühl nur einen kleinen Teil der Stadt gesehen zu haben – was vermutlich auch so war. Man kann sich gar nicht so recht entscheiden, was man zuerst machen möchte und am ersten Tag bin ich nur wie Falschgeld durch die Straßen gelaufen, weil ich einfach total ko war. Der erste „richtige“ Kontakt mit der Stadt war der Rundgang in der Altstadt am nächsten Tag.

 

 

Historisches Pflaster, Markttreiben und Rugelach – zu Gast in Jerusalem

 
Damaskus-, Jaffa- oder Herodestor? Egal, welches Altstadttor man ins Herzen Jerusalems nimmt, man wird sofort von einem bunten Markttreiben mitgerissen. Die verschachtelten Wege auf verschiedenen Höhenniveaus führen kreuz und quer über Jahrtausende altes Pflaster. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt – egal, ob für Einheimische oder Touristen. Vorbei an Halva, Gewürzbergen, Baklava und Co war das Ziel unsere Foodtour ein armenisches und jüdisches Haus mit einheimischen Bewohnern. Es klingt im ersten Moment befremdlich, als kleine Touristengruppe im Wohnzimmer der Stadtbewohner zu speisen aber es erinnerte mich ein wenig an ein kulinarisches Air BnB. So herzlich, wie man empfangen wird, können kaum Berührungsängste im Raum bestehen und man merkt schnell, dass es einfach nur eine schöne Möglichkeit ist, hinter die Kulissen zu blicken. Besonders überrascht war ich von der Auswahl an sauereingelegtem Gemüse, wie eingelegte Gurken, Mini-Auberginen oder Rettich in Rote Bete-Saft. Dazu gab es dünne Hefeteigfladen mit Hackfleisch, Weintraubenmelasse mit Tahini, Lavasch Brote und kleine „Maamoul“ Küchlein aus Datteln und Gries. Als zweite Station öffnete uns Rabbi Josh seine Türen und präsentierte uns auf seiner Tafel viele jüdische Köstlichkeiten: Shakshuka mit Linsen, Baba Ganoush, Labneh, Hummus, ein süßen Nudelkuchen, der mit sauren Gurken serviert wird und schokoladige Rugelach. Diese haben es mir besonders angetan, weshalb ich sie zu Hause gleich nachgemacht habe. Dazu am Ende aber mehr. Mächtig gestärkt ließen wir den Tag in der Altstadt ausklingen und schauten noch an der Klagemauer vorbei – man ein kleiner Magic Moment, wenn man sich überlegt, was diese Steine alles erlebt haben. Zu später Stunden fanden sich dann noch einmal alle zusammen für einen kleinen Hummus Workshop – DAS Nationalgericht Israels, um das man während seiner Reise sicherlich keinen Bogen machen kann.

 

 

Mahane Yehuda Markt, israelisches Bier und ein Blick hinter den Tempelberg

 
Wer durch Israel schlendert kann um diesen Markt eigentlich keinen Bogen machen. Der Mahane Yehuda Markt (in Jerusalem sagt man „Shuk“) ist der größte Markt Israels und verwandelt sich nachts in eine angesagte Partymeile. Er entstand zunächst als kleiner Ableger des Altstadtmarktes und beherbergt heute die teuersten Immobilien der Stadt. Die kleinen arabischen und jüdischen Geschäfte werden von Generation zu Generation weitergegeben und in einem kleinen Community Center nebenan treffen sich täglich die alten Ladenbesitzer. Es ist wie ein kleiner Mikrokosmus mit allen kulinarischen Highlights, die die nahöstliche Küche bietet. Sowohl mein Freund, als ich haben an diesem Tag einen Blick in zwei kleine Bierlokalität werfen können. Der Beer Bazaar gleich am Anfang der Marktstraße präsentierte mir sein handgemachtes, authentisches Bier. Als Wahl-Fränkin schlug mein Herz natürlich gleich höher und das Bier schmeckte wirklich hervorragend. Alle Biere werden wie nach unserem Reinheitsgebot nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt – dabei hatten sie trotzdem eine wirklich tolle Aromenvielfalt von fruchtig bis rauchig. Insgesamt gibt es über 100 israelische Biersorten zu entdecken. Mein Freund hat in der Zwischenzeit eine kleine Führung bei HatchBeer genossen, einer kleinen Brauerei die für ihre Vielfältigkeit bekannt ist. Und so konnte er nicht nur dem Braumeister über die Schulter schauen sondern selbst auch ein wenig anpacken. Hier findet ihr eher aromatisierter Biere in spannenden Geschmacksrichtungen. Darüber hinaus gibt es aber auch noch ein paar andere Leckereien und wer möchte, kann sich an den Hatchbeer Hot Ones versuchen. Hot Wings die es in sich haben aber auch verdammt lecker sind! Danach schlenderten wir noch an unzähligen Obst- und Gemüse, Gewürz- und Gebäckständen vorbei – am liebsten hätten wir alles probiert!

 

 
Nach dem Besuch auf dem Markt beschlossen wir noch einmal ein wenig durch die Stadt zu laufen und haben einfach die Altstadt umrundet. Das sind in etwa 4km – also gut machbar in etwas mehr als einer Stunde. Übrigens geht in Jerusalem meist ein kleiner Wind, was die zum Teil doch recht hohen Temperaturen durchaus erträglich macht. Hinter dem Tempelberg hat man noch einmal einen tollen Blick Richtung Garten Getsemani und dem jüdischen Friedhof, der sich hinter einem alten Olivenhain erhebt. Während viele Touristenbusse an der Promenade halten, kann man wunderbar einen kleinen Fußweg „The last path“ zurück zur Altstadtmauer nehmen und stößt dann auf einen der Rundgänge, welche direkt auf der alten Stadtmauer entlangführen. Hier hat man wirklich einen schönen Blick über die Stadt und es ist verhältnismäßig leer und ruhig. Nach einem kleinen Abstecher ins jüdische Viertel haben wir den Abend mit einem kleinen Buffet im abgelegene Moskubiya Tal ausklingen lassen.

 

 

Montefiore, eine Weinprobe und meine selbstgemachten Rugelach

 
Sie gilt als Wahrzeichen der Stadt und symbolisiert die erste autarke jüdische Siedlung in Jerusalem. Die Windmühle Montefiore ist ein geschichtsträchtiger Ort, der heute auch aus kulinarischer Sicht interessant ist. Bei klarem Wetter bietet das Plateau einen Blick bis Jordanien und dazu gibt es leckeren israelischen Wein. Während lange Zeit der Weinanbau durch die Herrschaft der Muslime im Land unterdrückt war, erlebt das Land mittlerweile ein kleines Wein-Revival und umfasst mittlerweile runde 360 verschiedene Betrieben. Wir ließen uns ein wenig die restaurierte Mühle zeigen und probierten uns durch Weißwein und Rosé – einfach schön! Die Zeit verging wie im Fluge und schon fanden wir uns am letzten Abend auf einer Dachterrasse über der Stadt wieder, beobachteten die „Pride“ Parade und schwärmten noch ein bisschen von der Stadt im Sonnenuntergang.

 
Wie ich nun bereits zu Beginn meines kleinen Berichtes schrieb, habe ich euch auch ein kleines Stück Jerusalem mitgebracht und leckere, jüdische Rugelach in meiner Küche zubereitet. Im Grunde genommen sind es eine kleine Schoko Croissants, die wie Blätterteig gefaltet werden aber die einzelnen Lagen werden nicht mit Butter, sondern mit Schokolade bestrichen. Zum Schluss wird das Ganze mit Zuckersirup eingestrichen – wie vermutlich alle Süßspeisen im Nahen Osten. Keine Sorge, es ist nicht sonderlich schwer aber jede Mühe wert!

 

 

Jüdische Rugelach – Schokoladen Croissants aus Jerusalem

 

Zutaten

 
Für etwa 25 kleine Rugelach

60g Zucker
330g Mehl
80ml lauwarme Milch
40g weiche Butter
2 Eigelb
3 EL saure Sahne
1/2 TL Trockenhefe

180g Zartbitterschokolade
60g Butter

etwa 2 EL Zucker
etwa 2 EL Wasser
 

Zubereitung

Zuerst die Hefe in der lauwarmen Milch mit etwas Zucker auflösen und ein paar Minuten stehen lassen. Dann alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten und an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche zu einem Rechteckt – sehr dünn – ausrollen.

Die Schokolade mit der Butter schmelzen und etwa die Hälfte davon auf dem Teig verteilen. Den Teig nun entlang der langen Seite zur Mitte falten und die beiden kurzen Seiten enbenfalls zur Mitte falten. Das Teigpäckchen nun vorsichtig wieder zu einem Rechteck ausrollen und zur Not noch etwas Mehr darüber geben. Der Teig sollte wieder so dünn wie möglich ausgerollt werden.

Das Ganze mit der restlichen Schokoladenmischung einstreichen und im Zickzack entlang der kurzen Seite schneiden, sodass ihr lange Dreiecke bekommt. Beginnend an der breiten Seite rollt ihr das Ganze aus und legt die kleinen Croissants auf ein Blech mit Backpapier. Das Ganze noch einmal 15min gehen lassen und die Rugelach anschließend für 20min bei 200° Ober-/Unterhitze backen. Zum Schluss den Zucker und das Wasser zusammen in einen Topf geben, kurz aufkochen lassen und die fertigen Rugelach damit bepinseln.

 

Orte, die wir besucht haben:

Abraham Hostel – Hummus Workshop
MEJDI Tours – Zu Gast in Jerusalem
Mahane Yehuda Markt
Tower of David
Montefiore Windmühle

 
Dieser Beitrag wurde als Werbung gekennzeichnet, da ich von der Jerusalem Development Authority – ItravelJerusalem, im Rahmen des internationalen Blogger Summit eingeladen wurde. In diesem Zusammenhang wurden einige aber nicht alle der genannten Lokations besichtigt. Meine Meinung bleibt von dieser Tatsache jedoch unbeeinflusst – die Reise war wirklich toll! 🙂

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